Von 2006 bis 2011 schrieb ich einen Blog. Bits und andere Biester – Aus dem chaotischen Leben eines noch chaotischeren Menschen. Irgendwann merkte ich, dass ich kaum noch etwas zu sagen hatte, was über das Kommentieren von Nachrichten hinaus ging. Da kam mir Twitter damals ganz Recht und ich wechselte rüber. Dort fühlte ich mich lange wirklich wohl. 140 bzw. 280 Zeichen waren oft genug, manchmal eben ein kleiner Thread, Retweets en-masse. Die Welt war soweit in Ordnung.
Als dann aber Twitter zu X wurde, bin ich, wie viele andere auch, abgewandert, rüber zu Mastodon. Doch immer mehr hatte ich das Gefühl, dass ich meine Gedanken nicht mehr (nur) einer Social Media-Plattform anvertrauen möchte. Dort sind sie im Zweifel flüchtig. Sie existieren nur bis zur nächsten Generation von Plattformen in den Händen fremder Menschen. Viele davon gehören großen Konzernen, die zudem aus meinen Inhalten Profit schlagen. Algorithmen entscheiden, wer was angezeigt bekommt und ob meine Gedanken es überhaupt wert sind, angezeigt zu werden. Und ich fühlte mich machtlos, allein als kleines Licht zwischen zahllosen Power-Tweetern und -Trötern. Ich will das alles nicht. Ich will wieder zurück, in mein eigenes kleines Zuhause.
Bin ich zu alt? Ja, vielleicht. Aber um es klar zu sagen: Ich vermisse das damals. Ich vermisse die kleinen Wohnzimmer einzelner Personen, die ihre Blogs für mich darstellten. Ich vermisse den täglichen Rundgang durch eine kleine, feine Auswahl an privaten Webseiten. Den Rundgang durch diese gemütlichen Wohnzimmer, in denen mir bei einer Tasse Tee die letzten kleinen, vielleicht unbedeutenden, aber immer herzlichen Geschichten und Gedanken lieber bekannter und weniger bekannter Personen zugetragen wurden, ohne flankiert zu werden von brüllenden Wichtigtuern oder dem Schein nerviger Werbe-Einblendungen.
Ich glaube daran, dass klassische Blogs dem Internet ebenso sehr fehlen, wie auch klassische Foren. Plattformen für die Sammlung privater Gedanken bzw. spezifische Austauschorte für Anhänger absurdester Hobbies. Schnell zu finden, einfach zu durchsuchen. Und was man nicht leiden kann, besucht man eben nicht. Ich glaube, dass Facebook und Co. dem Internet keinen Gefallen getan haben. Viele Blogs und Foren sind an die Social-Media-Plattformen verloren gegangen. Dortige Inhalte gehen meist unter im Rauschen, das gebündelte Spezialwissen Hunderter und die spannenden Philosophien Einzelner versinken für immer in einem brüllenden Sumpf aus Beleidigungen und Essensfotos. Das ist unfassbar schade. Ich will wieder zurück. Und ich habe mich entschieden, diesen Rückweg tatsächlich anzutreten.
Inhalt
Was wird es hier zu sehen geben? Ich weiß es nicht. Und gerade das ist so charmant. Oft habe ich das Gefühl, einfach ein, zwei Gedanken loswerden zu wollen, diese vielleicht mit ein paar Leuten zu diskutieren. In den vergangenen Jahren waren diese Gedanken manchmal zu komplex für 280 Zeichen. Oder zu schade für fremde Server in wenig vertrauensvollen Händen. Diese Gedanken sind mitunter für immer verloren.
Manche davon sind es aber glücklicherweise nicht und ich konnte sie zwischenzeitlich auf einigen Plattformen verstreuen oder zumindest privat irgendwo festhalten. Anfangs konzentrierte ich mich also, auf dieser Webseite peu-a-peu all diese Gedanken ans Licht zerren, wenn ich sie als gefahrlos für die Öffentlichkeit erachtete aber zeitgleich noch für aktuell genug hielt. Ich durchsuchte meinen privaten Rechner, ebenso wie alte Foren. Aber auch einige Geocaching-Logs ich mit euch teilte ich mich euch, eigene Zeichnungen und Fotos, Filmkritiken und einiges mehr. Manche Sachen benötigten einen zusätzlichen Kontext, einen aktuellen Kommentar oder vielleicht sogar eine aufarbeitende Diskussion, weil ich die Dinge jetzt ganz anders sehe. Mal sehen, vielleicht fällt mich retrospektiv noch mehr in die Hände.
Aber darüber hinaus wird dieser Blog selbstverständlich ganz klassisch als solcher geführt. Er ist natürlich meine Plattform für Aktuelles, das mich beschäftigt. Manches ist lang und ausführlich, jedoch ich beschränke mich aber nicht auf ausgefeilte Texte, sondern lasse auch kleine Einzeiler zu, wenn mir danach ist.
Das Schönste ist, kein Algorithmus der Welt kann vorschreiben, was ihr euch anschauen dürft oder sollt und was nicht. Der Algorithmus bin allein ich, der Filter seid ihr selbst.
Ich lade euch ein, auf eine Reise, die in der Vergangenheit beginnt und hoffentlich auch zukünftig hin und wieder Spannendes bereit halten wird. Ganz klassisch. Web 2.0 mit Blog und RSS-Feed. Viel Spaß!
– Mark, Dezember 2025
