Ruminarium

Zurschausstellung meiner Grübeleien


Filmkritik: Zoomania 2

© by Disney/Pixar

Zoomania, Zootopia, Zootropolis. Allein, sich den richtigen Namen zu merken, kann den handelsüblichen Disney-Entspannungsfilm-Gucker durchaus überfordern. Überall heißt er anders, im Grunde hat das Rechtegründe. Egal. Zoomania heißt er in Deutschland, bleiben wir einfach dabei.

Beim Wortvogel schrieb ich folgenden Kommentar bevor ich den Film gesehen hatte (leicht verändert):

Zoomania gehört für mich zu den ganz wenigen Pixar-Filme, die mich wirklich begeistert haben, vielleicht ist es in der Form sogar der einzige. Ich schaue ihn mir gern hin und wieder an, er ist ein Mutmacher und Stimmungsaufheller. Ich liebe all die vielen Details für die vielen unterschiedlichen Tiere.

Von keinem Disney/Pixar-Film habe ich je gedacht: Wow, der braucht eine Fortsetzung. Und bei keinem kam eine solche wirklich gut weg (vielleicht Bernard & Bianca, wenn man ein Auge zudrückt). Nur bei Zoomania habe ich immer geglaubt: Da gibt es noch so viele Tiere, so viele Welten/Zonen in der Stadt, ich kann mir überall eigene Geschichten vorstellen, ich will unbedingt noch mehr von der Stadt sehen! Ich freue mich daher wirklich darauf.

Kommentar, 28.11.2005

Die ganze Vielfalt der Fauna, die unterschiedlichen Bedürfnisse der vielen Arten, das alles in eine Stadt unterzubringen, das war eine wahnsinnige Aufgabe für die Macher, keine Frage. Ich liebe es, wie versucht wurde, diese tierische Welt in einen harmonischen Kosmos unterzubringen. Auch die klare Frage nachdem, wie sich Beutetiere und Beutegreifer wohl aufeinander einstimmen, war und ist durchaus spannend – auch wenn ich immer noch nicht weiß, wie sich Raubtiere denn nun eigentlich ernähren. Die Integration einer durchaus spannenden wie auch liebevollen Geschichte mit sympathischen wie auch unterschiedlichen Charakteren ist so gut gelungen, wie man es bei Disney schon lange nicht mehr erleben konnte. Ich liebe Zootopia – ähm -mania.

Als ich ihn das erste Mal gesehen hatte, vor Jahren im Stream, da dachte ich noch: Warum eigentlich sieht man nur landlebende Säugetiere? Trotz der so schon schier unendlichen Vielfalt der Tiere bleiben noch viel mehr davon außen vor. Meeresbewohner, Reptilien, Insekten, Vögel, Fische. Hier durfte der zweite Film eine erste, kleine Antwort geben. Wie diese aussieht, wird natürlich nicht verraten.

Im Gegensatz zum ersten Film, war dieser Kinobesuch natürlich ein groß geschriebenes Muss. Im größten Kino mit größter Leinwand und bestem Sound.

Natürlich lebt der erste Film nicht zuletzt davon, die Stadt Zootropolis – ähm -mania einzuführen. Er lässt sich Zeit für Kamerafahrten über die vielen kleinen neckischen Details. Ich erinnere nur an das Kleintierviertel, von dem aus plötzlich jeder andere Bewohner wie Godzilla in Tokio wirkt. Das ist in der Form natürlich im zweiten Teil nur bedingt notwendig. Auch wenn es noch viele Viertel zu entdecken gibt – und zu entdecken bleiben -, lernen wir dennoch so einige neue Geheimnisse dieser so zauberhaften Stadt kennen – ich sage nur: wasserlebende Säugetiere. Letztlich allerdings gerade nur so viel, dass auch ein dritter Film ganz sicher interessant werden kann – nicht auch zuletzt wegen der allerletzten Szene…

© by Disney/Pixar

Die Handlung ist vielleicht ein wenig weniger überraschend, und deutlich geradliniger wie ein klassischer Disneyfilm. Sind im ersten Film unerwartete Wendungen disneyuntypisch in Vielzahl vorhanden, lassen sich nun Gut und Böse bis auf wenige Ausnahmen die ganze Zeit klar definieren. Dennoch, die Charaktere sind und bleiben sehr liebevoll gestaltet, sodass wir weiterhin sehr viel Spaß dabei haben, ihnen zu folgen und mit ihnen zu fiebern.

Ich ging wieder mit einem wohligen Gefühl tiefster Entspannung und Freude aus dem Kinosaal. Genau wie der erste Teil wird dieser Film ganz sicher in meine – gar nicht einmal so lange – Liste meiner Feel-Good-Movies aufgenommen und in Zukunft ganz bestimmt das eine oder andere Mal meine Stimmung aufhellen.

Absolute Empfehlung! Endlich mal wieder ein richtig schönes Disney-Event im Kino!