Als wir im Januar 2011 von unserem nur vierundzwanzig Stunden dauernden London-Trip nach Hause kamen, war mir klar: Ich muss dort wieder hin. Damals sind wir hingeflogen, um The Phantom of the Opera erleben zu dürfen und verbanden das mit einer Sightseeing-Tour, die so nur junge, gesunde Füße zustanden bringen konnten. Den ersten möglichen Flieger von Berlin-Tegel nach London-Stansted hin, gut dreißig Kilometer Fußmarsch durch die Touristenmeilen, Pause im Her Majesty’s Theatre und das Kennenlernen vom Betriebsschluss der Londoner Öffis, der uns unerwartet zwang, noch weitere Kilometer per pedes zurückzulegen, bevor im nächsten Morgengrauen der Flieger zurück wartete. Viele Eindrücke in viel zu kurzer Zeit. Ich schwor mir, London eines Tages wieder zu besuchen, auch wenn mir bewusst war, dass man für den vollen Genuss nur mit sehr gut gefüllten Taschen anreisen sollte. Es sollten dafür fast fünfzehn Jahre vergehen.
Dieses Jahr hatte ich das unerwartete Glück, diese Stadt gleich zweimal besuchen zu können. Das eine Mal davon, war allerdings eher weniger dem Sightseeing gewidmet, als mehr dem Genuss von Krach, den ich bereits die Woche zuvor schon dreimal hatte. Ein Besuch im National Historic, sowie dem British Museum war damals dennoch drin.
Länger geplant war hingegen unsere jetzige Tour. Ob wir zu großartigem Sightseeing fähig sein würden, war allerdings auch hier fraglich, denn unser Terminkalender war schon bei Anreise zum Bersten gefüllt.
Wir kamen am Nachmittag in Heathrow an. Eigentlich wollten wir nur schnell unsere Koffer im Hotel abstellen und uns dann ins Gewühl stürzen. Da es aber fast genau auf dem Weg lag, bestand ich darauf, in der Paddington Station einen Zwischenstopp einzulegen.

Meine bessere Hälfte nahm dann allerdings für sich in Anspruch, einen kurzen Abstecher nach King’s Cross machen zu dürfen, um dort das berühmte Gleis 9¾ in Augenschein nehmen zu können, was mir selbst bereits früher im Jahr vergönnt gewesen ist. Nach einem sehr üppigen Mahl beim hauseigenen Inder im Hotel entschieden wir, uns doch noch einmal ins Getümmel des Londoner Abendlebens zu werfen, hatten wir doch nur eine einzige Chance, es an einem Samstagabend erleben zu können.
Die bessere Hälfte zog es zu den bereits mit Weihnachtsdekorationen überladenen Gegenden um Soho und die Regent Street. All der Glanz und all der Reichtum zeigte sich an jeder Ecke. Und neben uns wollte es scheinbar die ganze Welt genießen, so dass wir relativ schnell die Flucht von all den Massen ergreifen mussten. Allerdings nicht, ohne aus Versehen einen – hüstel – geringeren Betrag in Hamley’s Toy Store zu verlieren…




